ISN-News

08.02.2012

Schweinefleisch am häufigsten in Kühlhäusern eingelagert

Die gewerblichen Kühlhäuser in Deutschland sind gut ausgelastet, teilt der VDKL Verband Deutscher Kühlhäuser und Kühllogistikunternehmen e.V. mit. Mit 74,4 Prozent im Jahr 2011 lag die Gesamtauslastung 3,9 Prozent über der durchschnittlichen Auslastung 2010. Damit hat sich der positive Trend stabilisiert.   Bemerkenswert ist dies vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen innerhalb der Branche: Im vergangenen Jahr investierten VDKL-Mitgliedsunternehmen in erheblichem Maße in neue und moderne Logistikcentren. Deutschlandweit gilt: Die Kapazitäten wurden deutlich ausgebaut – und die Auslastung ist gleichzeitig gestiegen. Auch für die kommenden Jahre haben VDKL-Mitgliedsunternehmen Neuinvestitionen geplant.  
Bei der durchschnittlichen Palettenbelegung im Jahr 2011 hatte Schweinefleisch mit einem Anteil von 14,5 Prozent an dritt-höchsten Anteil. Bezogen auf Fleisch, wurde Schweinefleisch am häufigsten eingelagert. Rindfleisch belegte nur 2,7 Prozent der Paletten.


 

07.02.2012

"Hinter dänischen Kulissen" - Geschichte der dänischen Schweinezucht

In der beigefügten PDF-Datei finden Sie den Artikel Hinter dänischen Kulissen aus dem Landwirtschaftlichen Wochenblatt Westfalen-Lippe Nr. 4.   Darin lesen Sie über die beeindruckende Persönlichkeit, Theodor Brinkmann, und seine Doktorarbeit aus dem Jahre 1906 über die Entwicklung der Schweinezucht in Dänemark. Diese Studie erregte seinerzeit enormes Aufsehen und machte deutlich, wie professionell damals schon die dänische Schweinezucht aufgestellt war und binnen weniger Jahre wichtige Produktionskennzahlen steigern konnte.
 

07.02.2012

Gülleausbringung: Sperrfrist beendet, Ausbringung bei gefrorenen Böden nicht erlaubt

Düngemittel mit wesentlichen Nährstoffgehalten an Stickstoff und Phosphat (auch Festmist) dürfen außerhalb der Sperrfrist nur ausgebracht werden, wenn der Boden aufnahmefähig ist, mahnt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen.  
  • Keine Ausbringung von Düngern mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff und Phosphat bei durchgängig gefrorenem Boden, der tagsüber oberflächlich nicht auftaut.
  • Keine Düngung, wenn die Böden durchgängig höher als 5 cm mit Schnee bedeckt sind.
  • Keine Düngung auf überschwemmten bzw. wassergesättigten Böden.
Bei den zurzeit starken Nachtfrösten und Tageshöchsttemperaturen unter Null Grad ist eine Aufbringung von Düngemitteln nicht erlaubt. Aufgrund der Prognose des Deutschen Wetterdienstes für die nächsten Tage, wonach die Temperaturen weiterhin deutlich unter dem Gefrierpunkt liegen, ist nicht davon auszugehen, dass der Boden während des Tagesverlaufs oberflächlich auftaut. Verstöße gegen diese Regelungen der Düngeverordnung sind bußgeldbewehrt und Cross Compliance relevant, so die LWK Niedersachsen.  
 

07.02.2012

EU-Schweinepreise: Hauspreise dt. Schlachtunternehmen trotz ausgeglichener Marktverhältnisse

Der EU-Schweinemarkt ist auch in der aktuellen Woche von einem knappen Angebot gekennzeichnet, das durch den Kälteeinbruch in ganz Europa noch verstärkt wird. In der Folge stiegen die Notierungen in den meisten Ländern weiter an bzw. stabilisierten sich auf dem erreichten Niveau. Das größte Plus mit einer Preissteigerung von 6 Cent gegenüber der Vorwoche konnte Frankreich verzeichnen. Hier hat sich die Nachfrage der Schlachtbetriebe in den vergangenen beiden Wochen deutlich verbessert, da der Drittlandsexport langsam wieder an Fahrt gewinnt. Auch in Spanien (+4 Cent), Dänemark (+3 Cent), den Niederlanden und Italien (jeweils +1 Cent) stiegen die Preise an. Österreich meldet wie Belgien eine unveränderte Notierung.
In Deutschland standen in der vergangenen Woche mancherorts nicht ausreichend Schweine für die Schlachtunternehmen zur Verfügung, obwohl einzelne Schlachter die Mengen bereits reduziert hatten. Vor dem Hintergrund, dass das knappe Angebot auch durch die tiefen Temperaturen und der damit verbundenen geringen Ausstallbereitschaft der Mäster zusammenhing, wurde der Markt als ausgeglichen eingeschätzt und keine Preiserhöhung gemeldet. Umso mehr verwundert das Vorgehen der großen Schlachtunternehmen, Hauspreise für diese Woche zu vermelden. Dem Vernehmen nach senken VION, DanishCrown, Tönnies und Vogler die Auszahlungspreise um -4 Cent.
Tendenz für den deutschen Markt:
Offensichtlich spekulieren die großen Schlachtunternehmen, dass sich durch die winterlichen Temperaturen ein Angebotsstau in den Mastställen aufbaut, in dessen Folge sie die Preise entgegen der Marktsituation drücken können. Demgegenüber steht jedoch das geringe Angebot an Schlachtschweinen in ganz Europa. Marktbeteiligte berichten, dass derzeit kaum Schweine zu Hauspreisen verkauft werden. Die eigentlich stabile und ausgeglichene Marktsituation ist durch diese Aktion dennoch stark verunsichert worden.
 

07.02.2012

EU-Länder setzen Gruppenhaltung von Sauen nur schleppend um

Ende 2011 waren 20 EU-Mitgliedstaaten noch nicht sicher, ob sie die geforderte Pflichteinführung der Gruppenhaltung von Sauen fristgerecht zum Jahreswechsel 2012/13 umsetzen können, teilt Agra-Europe mit.   Das ergibt sich aus der Antwort von EU-Gesundheitskommissar John Dalli auf eine Anfrage von George Lyon, dem agrarpolitischen Sprecher der Liberalen im Europaparlament. Danach teilten bislang lediglich Großbritannien, Schweden und Luxemburg der Kommission mit, dass sie bereits komplett umgestellt hätten. Deutschland, Dänemark, Irland und Litauen gaben an, sie würden die Auflagen fristgerecht vollständig erfüllen. 16 andere Mitgliedstaaten hingegen konnten diese Frage noch nicht klar bejahen. Frankreich, Finnland, Malta und Portugal wiederum hatten zum 31. Dezember 2011 noch keine Daten geliefert. Lyon geißelte diesen Zustand. Derzeit scheint es, als ob Mitgliedstaaten in der gesamten Gemeinschaft ihre Köpfe in den Sand steckten, so Lyon. Sie legten die gleiche  Selbstgefälligkeit an den Tag wie bei der Umsetzung der Legehennenrichtlinie.
Dalli unterstrich, dass man die Durchsetzung der Vorschriften als eine Priorität betrachte. Die Kommission werde die Situation über das gesamte verbleibende Jahr hinweg genau beobachten und mit den Mitgliedstaaten  zusammenarbeiten, um eine fristgerechte Umsetzung zu erreichen. Indirekt bestätigte Dalli jedoch das gleiche  Dilemma wie mit dem Batterieverbot für Legehennen: Vor dem formellen Inkrafttreten der Gruppenhaltungspflicht für Sauen zum 1. Januar 2013 hat die Kommission keine rechtliche Handhabe, selbst wenn bereits im Vorfeld klar ist, das bestimmte Länder hinterherhinken. Inspektionsbesuche und Vertragsverletzungsverfahren können erst nach diesem Datum eingeleitet werden.   Die ISN meint: Mit der Umsetzung der Gruppenhaltung von Sauen ab 2013 wird der gesetzliche Standard im Hinblick auf das Tierwohl bei der Haltung von Sauen deutlich angehoben. Auch in der Schweinemast werden Änderungen folgen. Gleichzeitig sind Tierwohllabel in der öffentlichen Diskussion. Auch die Schlachtunternehmen starten Initiativen für die Einführung von Tierwohllabeln, deren Anforderungen zum Teil deutlich über dem gesetzlichen Standard liegen. Können Sie sich vorstellen sich mit Ihrem Betrieb an einem Tierwohllabel zu beteiligen? Nehmen Sie an unserer aktuellen Umfrage teil!
 

06.02.2012

Kongress zum Antibiotikaeinsatz in der Nutztierhaltung

Der Einsatz von Antibiotika in der Nutztierhaltung wird derzeit intensiv diskutiert. Auf einem Kongress mit dem Titel Hohe Tiergesundheit bei minimalem Antibiotikaeinsatz haben Wissenschaftler und Behördenvertreter an der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover diskutiert, wie Antibiotikaanwendungen verringert werden können.   Professor Dr. Thomas Blaha, Außenstelle für Epidemiologie der TiHo, sagte: Antibiotika gehören zu unseren wichtigsten Mitteln, um Infektionskrankheiten zu bekämpfen. Für unsere und für die Gesundheit der Tiere müssen wir ihre Wirkung bewahren. Dafür sorgen wir aber nicht, indem wir nur die Menge der eingesetzten Antibiotika minimieren. Wir müssen in erster Linie die Tiergesundheit verbessern! Sind die Tiere gesund, sind auch weniger Medikamente erforderlich. Gute Konzepte für die Tierhaltung, in denen das Tierwohl und die Tiergesundheit an erster Stelle stehen, sind die Lösung, nicht das Beharren auf Grenzwerten.

Antibiotikaresistenzen sind seit langem bekannt und treten weltweit auf, erklärte Professor Blaha weiter. Jede Antibiotikaanwendung führe zu einem Selektionsdruck – und das nicht nur bei dem Zielbakterium, gegen das das Antibiotikum eingesetzt wird. So haben viele Bakterien neben natürlichen Resistenzen auch Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt, ohne dass es bemerkt wurde. Auch viele nicht-pathogene Erreger, die zur natürlichen Bakterienflora der Tiere gehören, sind resistent gegen Antibiotika geworden. In den Niederlanden und Dänemark ist die Situation ähnlich wie in Deutschland – es wurden ebenfalls zunehmend resistente Erreger bei lebensmittelliefernden Tieren festgestellt. Professor Dik Mevius DVM, PhD, vom Central Institute for Animal Disease Control in den Niederlanden und Dr. Tim Petersen der Veterinär- und Lebensmittelbehörde in Dänemark, stellten jeweils die Situation in ihren Ländern vor und präsentierten die Maßnahmen, mit denen der Antibiotikaeinsatz verringert werden soll. In den Niederlanden handelt es sich um ein freiwilliges Programm, in Dänemark ist es staatlich organisiert.

Erfolgversprechend können nur Konzepte sein, die verbesserte Haltungsbedingungen zum Ziel haben, darin waren sich alle Referenten einig. Dazu gehören beispielsweise eine gute Impfprophylaxe, eine verbesserte Hygiene, ein gutes Betriebsmanagement oder die Anpassung der klimatischen Verhältnisse im Stall. So stellte Professor Blaha mit Dr. Peter Veltmann, praktizierender Tierarzt aus Vechta, eine Studie vor, in der sie in sieben schweinehaltenden Betrieben untersucht haben, wie sich der Antibiotikaverbrauch nach einer Impfung der Tiere gegen das PCV2-Virus entwickelt. Das PCV2-Virus ist ein Erreger, der nur bei Schweinen vorkommt und verschiedene Symptome hervorruft. In fünf der Betriebe konnte der Verbrauch um 50 bis 80 Prozent gesenkt werden. Die beiden Betriebe ohne Antibiotikareduzierung haben ihre Tiere jeweils von wechselnden Anbietern bezogen. Die Untersuchungen zeigen, so Blaha, dass viele Parameter einbezogen werden müssen, und dass in diesem Fall eine Impfung allein nicht ausreicht, sondern zusätzlich ein gutes Management erforderlich ist.   Dazu passen die Ergebnisse von Stefan Wesselmann, praktizierender Tierarzt aus Wallhausen. Er hat die Antibiotikaanwendung in konventionellen und alternativen Schweinebeständen untersucht. Er berichtete, die Tiere würden sowohl in der konventionellen als auch in der alternativen Haltung erkranken und antibiotische Behandlungen erfordern. Allerdings gab es hinsichtlich der Kompetenz der Betriebsführung und des Impfstoffeinsatzes große Unterschiede zwischen allen untersuchten Beständen.

TiHo-Präsident Dr. Gerhard Greif zog das Schlussresümee: Die Beiträge zeigen, dass die Betriebsgröße für den Einsatz von Antibiotika nicht ausschlaggebend ist. Die Professionalität der Betriebsführung und der tierärztlichen Betreuung sind entscheidend. Maßnahmen sind unter anderem die Verbesserung der Tierhaltung, die Hygiene und die Impfprophylaxe. Für alle gilt dasselbe Ziel: eine verbesserte Tiergesundheit, die in der Folge dazu führt, dass der Antibiotikaverbrauch gesenkt wird.   Mehr zum Thema Antibiotika lesen Sie unserem ISN-Kompakt Tiergesundheit.