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23.08.2019rss_feed

Fortschritte im Tierschutz – Gesamtkonzeption fehlt

Die deutsche Landwirtschaft steht vor gewaltigen Herausforderungen. Notwendige Verbesserungen beim Tierschutz, Anpassungen an den Klimawandel sowie ein zunehmender ökonomischer Druck aufgrund der Globalisierung des Welthandels werden zu gravierenden Anpassungen der Landbewirtschaftung führen. Aus Sicht der Praxis können die Probleme nur durch ein schlüssiges Gesamtkonzept gelöst werden. Statt des immer wieder zu beobachtenden politischen Kuhhandels einzelner Parteistrategen ist nunmehr eine gesamtgesellschaftlich abgestimmte Nutztierstrategie notwendig.


Wenn die Landwirtschaft zum Spielball und zur Verhandlungsmasse von globalen und nationalen Interessen gemacht wird (s. das Mercosur-Abkommen und das Rindfleischabkommen mit den USA) ist das notwendige Vertrauen zerstört um in Deutschland weiter Landwirtschaft zu betreiben zu können. Die Sandkastenspiele zweier Ministerien, die sich jetzt beim Kuhhandel zum staatlichen Tierwohllabel abzeichnen, nach dem Motto Geb ich Dir, gibst Du mir sind in diesem Zusammenhang völlig kontraproduktiv. Die Zuständigkeiten in Sachen Tierwohl müssen eindeutig beim BMEL angesiedelt bleiben. Alles andere wäre nicht zielführend.

 

Die mittlerweile deutlich über dem EU-Standard liegenden deutschen Produktionsvorgaben können nur dann am Markt erfolgreich umgesetzt werden, wenn die Politik eine verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung für Fleisch durchsetzt. Wenn das BMEL nicht in der Lage ist dieses zu garantieren muss es zur Chefsache werden. Eingriffe des Staates waren in der Vergangenheit immer zum Nachteil der Produzenten. Das gescheiterte Interventionspreissystem und die Milchmarktordnung sind Beispiele dafür. Aus meiner Sicht bedeutet dies, dass der Staat sich lediglich darauf reduzieren sollte die Rahmenbedingungen zu setzen. Für die Detailausführung sollten die Wirtschaftsbeteiligten verantwortlich sein. Landwirte haben sich in der Vergangenheit immer auf neue Herausforderungen erfolgreich eingestellt. Allerdings können unsere Betriebe nur dann überleben, wenn die politischen Rahmenbedingungen auch eine ökonomisch nachhaltige Wirtschaftsweise im Sinne unserer nachfolgenden Generationen ermöglicht.

Nur dann ist es unserer Jugend möglich die Landwirtschaft nachhaltig auf unseren meist familiengeführten Betrieben fortzuführen.