Menü
Top-News:
Ferkelpreis 63,00 €/Stück (+2,00) (15.11.) - Sauenbasispreis ab Hof 1,48 €/kg SG (+0,05) (13.11.) - Schweinepreis 1,89 €/Indexpunkt (+0,04) (13.11.) - Kühe O3 (310 kg) 2,59 €/kg SG (-0,01) (11.11.) - Jungbullen R3 (FL + Fleischrassen) 3,71 €/kg SG (±0) (11.11.)
18.05.2016rss_feed

VEZG positioniert sich zum anstehenden Verzicht auf die betäubungslose Ferkelkastration

Vom 1. Januar 2019 an dürfen in Deutschland laut gesetzlicher Vorgabe Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastriert werden (Gesetzesänderung am 7. August 2013). Es verbleiben nur noch zweieinhalb Jahre um die notwendigen Anforderungen zu erfüllen. Die Forschungen und praktischen Erfahrungen haben zu wichtigen Erkenntnissen in der Geruchsdetektion, Tierhaltung, Züchtung Verarbeitung und Vermarktung geführt. Es gibt jedoch noch immer Forschungs- und Klärungsbedarf insbesondere hinsichtlich der Verbraucherakzeptanz und in Bezug auf den Tierschutz sowie zu rechtlichen und marktrelevanten Fragen.


Die Mitglieder der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch e. V. (VEZG) sprechen sich dafür aus einen für alle betriebswirtschaftlich gangbaren Weg aus der chirurgischen Ferkelkastration ohne Betäubung zu erreichen.

Angesichts der Tatsache, dass noch viele Fragen offen sind, in der Praxis zur Zeit erst in begrenztem Umfang auf die betäubungslose Ferkelkastration verzichtet wird und einzelne Marktbeteiligte zu einem vorzeitigen Termin den Verzicht anstreben, sind erhebliche Zielkonflikte absehbar. Aktuell zeigt sich:
- Bei dem Verzicht auf betäubungslose Ferkelkastration bieten sich den Schweinehaltern die Wege Kastration mit Schmerausschaltung / Betäubung, Jungebermast sowie Impfung gegen Ebergeruch (Immunokastration). Es ist nicht davon auszugehen, dass zukünftig nur eine einzige Vorgehensweise flächendeckend umgesetzt wird. Bisher hat sich keines der genannten Verfahren breit in der Praxis etabliert.
- Die Erfahrungen und Praxistests zeigen, dass jedes Verfahren Vor- und Nachteile mit sich bringt und unterschiedliche Risiken birgt. Dabei sind zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen – sowohl für die Ferkelerzeugung und Schweinemast als auch für die Schlachtunternehmen, die Fleischwarenindustrie, den Handel sowie die Verbraucher.

Wettbewerbsfähigkeit erhalten
Tierschutz darf nicht an Staatsgrenzen aufhören. Beim Bezug von Ferkeln, Schlachtschweinen und Schweinefleisch aus dem Ausland (insbesondere EU) sollten bei den Anforderungen an die Ferkelkastration die gleichen Maßstäbe angelegt werden wie bei der Erzeugung in Deutschland.

Zu bedenken ist, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Ferkelkastration in Deutschland weitreichender sind als in fast allen EU-Mitgliedstaaten, insbesondere den Nachbarländern mit bedeutender Schweineerzeugung. Daher ist eine abgestimmte europäische Vorgehensweise nötig, um Differenzen im Tierschutz und Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Eine Einzelstellung in Europa kann zu erheblichen Strukturveränderungen zum Nachteil der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft führen. Marktspaltungen sollten auf jeden Fall vermieden werden. Das gilt sowohl für Ferkel und Schlachtschweine als auch für Schweinefleisch, Verarbeitungsware sowie den Im- und Export.

Die Politik wird aufgefordert, eine europaweit abgestimmte Vorgehensweise voranzutreiben.